Herbstgrasmilben

Neotrombicula autumnalis

01.09.2017

Neotrombicula autumnalis, die Herbstgrasmilbe ist leider nicht nur, wie es ihr Name vermuten lässt im Herbst aktiv. Sie gehört den Spinnentieren, Unterkategorie Milben zur Familie der Laufmilben an. Die sechsbeinigen Larven der Milben fallen Hunde, Katzen, Nagetiere (v.a. Mäuse), bei Gelegenheit auch den Menschen (hier nennt man die Bisse Erntekrätze oder Trombidiose) und andere Säugetiere an. Aktiv sind die kleinen Tierchen ab ca. 10 Grad, hauptsächlich aber in den Sommermonaten, mit Hauptzeit Juli bis Oktober, je nach Witterung aber auch früher. Die Hauptaktivität liegt zwischen 25 -30 Grad. Der Lebensraum ist bevorzugt niedrige Vegetation wie auf Wiesen, Äcker, Waldränder oder in Gärten und sie sind mit dem bloßen Auge meistens nicht erkennbar. Das Vorkommen von Milben hängt hauptsächlich von der Feuchtigkeit und Temperatur des Bodens ab.  Die Milben werden 1-2 Millimeter groß und haben eine leicht gelbliche bis durchsichtige Färbung und 8 Beine (auch die Nymphen), die Larven sind ca. 0,3 Millimeter groß und orange und haben nur 6 Beine. Die Milben legen ihre Eier im Erdboden ab, wo sie ca. 4 Wochen später schlüpfen. Ist die Witterung sonnig und warm-feucht, warten sie auf Grashalmen, in 5-20 cm Höhe auf ihren Wirt (Vögel, Nagetiere, Hunde, Katzen, Menschen, Wildtiere), auf den sie dann überwechseln. Bevorzugte Bissstellen sind feucht-warme Gebiete mit dünner Haut. Hier ritzen sie mit ihren Maulwerkzeugen die Haut an und sondern ein spezielles Speichelsekret ab, welches das Hautzellgewebe auflöst und zusammen mit dem Speichel als Nahrung dient. Der Saugvorgang dauert mehrere Tage (bei Tieren) oder nur wenige Stunden (beim Menschen), nach ihrer Mahlzeit lassen sie sich vom Wirt abfallen, legen ein Stadium der Ruhe ein bevor sie viele Wochen später als Nymphen hervorgehen, die im Boden leben und sich auch dort ernähren. Wenige Tage später erfolgt wieder ein Ruhestadium, bevor sie dann innerhalb von 2 Wochen ein weiteres Entwicklungsstadium durchläuft. Am Ende dieses Stadiums steht die Häutung und Umwandlung in die adulte Milbe. Diese leben wie auch die Nymphen im Boden und sind nicht parasitär, heißt sie benötigen keinen Wirt, leben von Bodenlebewesen und Insekteneiern. Die indirekte Befruchtung erfolgt über der Erde. Die Eiablage erfolgt in die Erde.

Symptome:

Es treten oft nach kurzer Zeit spätestens jedoch mit abfallen der Larven Hautrötungen, juckende Quaddeln (rote Pünktchen) und Juckreiz auf. Die Beschwerden klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab.  Viele Larven sammeln sich gerne in großer Menge an bestimmten Körperregionen wie zwischen den Zehen, am Bauch, an bzw. in den Ohren oder der Nase oder am Innenschenkel (bevorzugt in den Achseln) sammeln, dort kann eine Art rötliche Schorfkruste erkennbar sein. Durch den Juckreiz können sich Tiere an den Stellen vermehrt Lecken oder Beknabbern wodurch es zu Entzündungen kommen kann.

 

Nachweis:

Nachweisen kann man Herbstgrasmilben in dem man weises Papier auslegt, dieses zieht sie magisch an, damit kann man die Tierchen nachweisen.

Vorbeugung:

– Wiesen und Wege die für Herbstgrasmilben bekannt sind meiden.

– Gassigänge in der Hauptzeit der Milben (14.00 – 18.00 Uhr) vermeiden.

– Die zusätzliche Verwendung von Repellentien, wie zum Beispiel das Einreiben von Kokosöl oder die Verwendung von Spot Ons mit ätherischen Ölen (Nicht für Katzen! giftig, nicht für Epileptiker, Vorsicht bei Allergikern) wie zum Beispiel Neem Öl, kann dazu beitragen die Larven abzuhalten.

– Vitamin B Komplex zur Veränderung des Hautmillieus (gerne berate ich Sie entsprechend).

 

Erste Hilfe Maßnahmen:

– Nach dem Gassi feucht abwaschen.

– Gegen Juckreiz auf die Haut (es dürfen keine offenen Wunden vorliegen) mit verdünntem Apfelessig einsprühen oder mit KS einsprühen oder Calendula Tinktur auftragen

Gerne helfe ich Ihnen bei der Behandlung Ihres Lieblings oder stehe Ihnen für Fragen zur Verfügung.

 

Foto: Lizenzfrei via Pexels