Melisse

Pflanzenportrait Melisse (Melissa officinalis L.)

Da ich euch gestern das Rezept für den Melissen Sirup bei FB gepostet habe, möchte ich euch heute die Pflanze Melisse vorstellen.

Die Melisse ist eigentlich keine einheimische Pflanze wird aber bereits seit dem Mittelalter aufgrund ihrer Heilwirkung auch in Mitteleuropa kultiviert. Wer sie einmal im Garten hat, kann sich jedes Jahr neu über die Melisse freuen. Im Griechischen steht die Melisse nicht ohne Grund für die Honigbiene, schwirren doch jede Menge Insekten zu den Blüten um Nektar zu sammeln. Im Mittelalter glaubte man auch, dass Bienen einen Garten, der Melisse enthält nicht verlassen.

Die Melisse riecht frisch und leicht nach Zitrone, weshalb sie auch den Beinamen Zitronenmelisse trägt und mit ihrem angenehmen Duft das Herz und die Seele erfreut.

Sie gehört zu den Lippenblütlern und wird bis zu 80 cm hoch. Sie blüht von Juni bis August. Die Blätter sind herz- bis eiförmig, gegenständig angeordnet und grob angesägt. Schnecken meiden die Melisse.

Inhaltsstoffe
• Ätherische Öle (Geraniol, Citronellal, Linalool, Thymol, Menthol)
• Gerbstoffe (u.a. Rosmarinsäure)
• Phenolcarbonsäuren
• Flavonoide
• Triterpensäuren
• Vitamin C
• Zink
• Saponine
• Harz
• Bitterstoff

Signatur

Ihre Blätter erinnern an ein Herz, so wurde die Pflanze im Mittelalter bei Herzleiden eingesetzt.

Wirkung

Die Melisse wirkt anregend, antibakteriell, beruhigend, entspannend, krampflösend, angstlösend, kühlend, antifungizid, schmerzstillend, antiviral.
Ihr Haupteinsatzgebiet ist die Beruhigung des Nervensystems. So kann sie bei Unruhe, nervöser Herzschwäche, Schlafstörungen und anderen nervlich bedingten Beschwerden eingesetzt werden.
Die Melisse belebt am Morgen oder in stressigen Zeiten und hilft abends zur Ruhe zu kommen und beim Einschlafen.
Sie kann auch bei Erkältungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschlägen, Insektenstichen, Herpes sowie bei Menstruationsbeschwerden zum Einsatz kommen.
Bitte wenden Sie sich zur Indikation und Dosierung an Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

Anwendung

Verwendet wird das ganze Kraut. Innerlich als Tee, Sirup, Tinktur oder Hydrolat. Äußerlich kann man den Tee als Umschlag verwenden, Öl für Massagen oder Hydrolat auf die Haut sprühen.

Küche

In der Küche eignet sich die Melisse für Salate, Pasta, Fischgerichte, asiatische Gerichte, Nachspeisen, Sorbet, Marmelade und Getränke (z.B. Hugo, Sirup, Likör, Wein).

Wellness

Melissenblätter oder Hydrolat eignet sich als Badezusatz oder als erfrischendes Körperspray. Das ätherische Öl als Aromatherapie in einer Duftlampe zur Vertreibung düsterer Gedanken. Für Haarspülungen in Form eines Aufgusses sowie bei Hautunreinheiten. Den Öl Auszug kann man beispielsweise für Wellnessmassagen verwenden.

Tiere

Melisse kann bei Unruhe, Reizbarkeit und Schlafstörungen auch Pferden, Hunden, Kaninchen und Meerschweinchen gegeben werden. Bitte wenden Sie sich zur Dosierung an Ihren Tierheilpraktiker oder Tierarzt.

Melissen Reste bei der Herstellung von Sirup

Die Stängel können als Tee oder Badeaufguss noch verwendet werden. Eine andere Möglichkeit stellt die Herstellung von Gewürz dar, hier gibt es mehrere Varianten: Trocknen lassen, zerkleinern und als Trockenkraut verwenden oder mit Salz oder Zucker im Mixer klein machen und im Backofen mit offener Backofentür (Kochlöffel) bei 40 Grad 15 Minuten trocknen lassen.

Mystisches

Im Mittelalter wurde die Pflanze auch gerne für Liebestränke eingesetzt und galt durch ihre fröhliche Art als Mittel gegen Liebeskummer, weshalb sich Mädchen zum Schutz die Melisse auf die Brust banden. Sie galt auch als Lebenselexier. In frischen Bündeln aufgehängt soll die Melisse Insekten im Haus fernhalten.

Geschichtliches

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) schrieb: “Die Melisse ist warm. Ein Mensch, der sie isst, lacht gerne, weil ihre Wärme die Milz beeinflusst und daher das Herz erfreut wird.“

Paracelsus schätzte die Pflanze als Kraut ewiger Jugend.

Karl der Große befahl sogar den Anbau in jedem Klostergarten.

1611 wurde Melissengeist durch den Karmeliter Orden in Paris puplik.

1775 wurde Klosterfrau-Melissengeist durch die Nonne Maria Clementine entwickelt.

Dieser Beitrag stellt nur eine Information zur Pflanze Melisse dar.