Toxoplasmose

Achtung: Zoonose
26.07.2016
Gehört zu den Protozoen (Einzeller) und wird durch Toxoplasma gondii ausgelöst. Die Samtpfötchen sind Endwirte (andere Säugetiere und Menschen sind nur Zwischenwirte) bis die Protozoen das Stadium der Fortpflanzung erreicht haben. Die Infizierung erfolgt durch den Verzehr von Mäusen, Vögeln oder rohem Fleisch. Die Vermehrung der Parasiten erfolgt im Darm der Katze, wo er viele Oozysten während der akuten Infektion für 2-3 Wochen ausscheidet. Die Zysten reifen nach Ausscheidung durch Kot innerhalb von 5 Tagen an. Danach sind sie noch monatelang in der Erde ansteckend. Da es sich hier um eine Zoonose handelt ist auch eine Ansteckung des Menschen möglich, wobei besonders Schwangere gefährdet sind. Weiter unten finden Sie Tipps zur Vermeidung Toxoplasmose in der Schwangerschaft. Eine Ansteckung über infizierte Hunde konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden.Nicht gefährdet sind reine Wohnungskatzen welche ausschließlich mit Fertigfutter ernährt werden.BARFER können vorbeugen, in dem das Fleisch bei über -20 Grad eingefroren wird. Eine andere Möglichkeit besteht durch Kochen/Braten über 70 Grad.  Katzenkot sollte immer sofort und sorgfältig beseitigt werden.Die Toxoplasmose bei der Katze verläuft häufig ohne klinische Symptome. Frühsymptome können Appetitlosigkeit, Fieber und Apathie sein. Beim späteren Verlauf können Leber-/Pankreas-, Augen- und Hirnhautentzünden auftreten deren Symptome von Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Ikterus, Vergrößerung der Lymphknoten, Husten, Verhaltensänderungen, Schluckbeschwerden, Unsauberkeit bis hin zu Blindheit und weiteren Symptomen führen können.
Diagnose: Mittels Kotuntersuchung kann eine Oozytenausscheidung festgestellt werden, hierzu ist eine dreimalige Untersuchung im 14 tägigen Abstand möglich, der dem Zyklus entspricht. Eine Blutuntersuchung ergänzt die Kotprobe aufgrund eines Titers, der anzeigt ob Kontakt mit dem Erreger stattgefunden hat.Die Behandlung läuft schulmedizinisch mittels Antibiotika über Ihren Tierarzt.
Tipps für Frauen mit Kinderwunsch oder in Schwangerschaft

  • Lassen Sie einen Antikörpertest auf Toxoplasmose durchführen, stellt der Arzt im Blutbild Antikörper fest, ist Ihr Kind in der Regel geschützt. Die unten stehenden Hygienemaßnahmen sollten auch bei Antikörpern eingehalten werden, da es nicht nur Toxoplasmen sondern noch andere Erreger, mit denen man sich infizieren kann gibt.
  • Lassen Sie Ihre Katze von Ihrem Tierarzt auf Toxoplasmose untersuchen. Ist die Katze immun, geht i.d. Regel (nicht immer) keine Gefahr aus. Ist Ihre Katze negativ getestet und Freigänger, lassen Sie sie während der Zeit der Schwangerschaft nicht mehr raus um eine Ansteckung zu vermeiden, auch das Schlafzimmer sollte tabu sein.
  • Lassen Sie das Katzenklo von einem anderen Familienmitglied reinigen und dieses ein bis mehrmals täglich mit über 70 Grad heißem Wasser reinigen um eine Ansteckungsgefahr zu meiden. Sollte dies nicht möglich sein, ziehen Sie bitte Handschuhe an um direkten Kontakt mit Kot und Erde/Einstreu zu vermeiden
  • Vermeiden Sie Kontakt zur Erde zum Beispiel bei der Gartenarbeit, Erde kann generell immer mit Katzenkot in Berührung gekommen sein.
  • Lassen Sie die BARF Rationen für Ihre Tiere von Ihrem Partner zubereiten und vermeiden Sie den Kontakt mit rohem Fleisch. Sollte dies nicht möglich sein, ziehen Sie Handschuhe bei der Fleischzubereitung an.
  • Verzehren Sie keine ungegartem Fleischprodukte wie Met, rohes Fleisch, Würste (z.B. Salami etc.)
  • Waschen Sie Obst, Gemüse und Salat immer gründlich mit über 70 Grad heißem Wasser ab oder kochen Sie die Zutaten über 70 Grad, da sie durch den Kontakt zur Erde mit dem Parasiten belastet sein können. Obst kann nach gründlichem Waschen geschält verzehrt werden.
  • Waschen Sie vor und nach der Essenszubereitung und Essen gründlich Ihre Hände mit heißem Wasser und Seife.
  • Spülen Sie alle Küchengeräte und Utensilien die mit rohem Fleisch oder Rohmilchprodukten in Kontakt kamen mit über 70 Grad heißem Wasser.
  • Nehmen Sie keine Rohmilch- und Rohmilchprodukte (besonders Ziegen/Schafsmilch) zu sich. Sind die Produkte Pasteurisiert besteht i.d. Regel keine Gefahr.
  • Vermeiden Sie Kontakt mit kranken Katzen sowie unbekannten Katzen.