Straßenhunde und Ernährung – eine Beobachtung

Straßenhunde und Ernährung – eine Beobachtung

26. Mai 2019

In Europa gibt es viele Beobachtungen wie Straßen- und Wildhunde sich ernähren. Die Nahrung besteht zum Großteil aus Abfällen (welche oftmals aus Getreideprodukten oder Gemüseabfällen seltener aus Milch- und noch seltener aus Fleischabfällen), Aas und menschlichen Exkrementen. Doch ist dies wirklich auf alle Straßenhunde übertragbar?



In Europa gibt es viele Beobachtungen wie Straßen- und Wildhunde sich ernähren. Die Nahrung besteht zum Großteil aus Abfällen (welche oftmals aus Getreideprodukten oder Gemüseabfällen seltener aus Milch- und noch seltener aus Fleischabfällen), Aas und menschlichen Exkrementen. Doch ist dies wirklich auf alle Straßenhunde übertragbar?

Während unserer fast 3 wöchigen Indienreise hatten wir sehr viele Gelegenheiten Straßen-, Haus- und Wildhunde zu beobachten. Hierzu muss man jedoch etwas über den Umgang der Inder mit Tieren wissen. Die Hindus sind sehr tierfreundliche Menschen. Kühe und viele andere Tiere gelten in Indien als heilig und der Großteil der Bevölkerung ernährt sich vegetarisch. Kühe leben in Indien so lange bis sie eines natürlichen Todes sterben, dass Schlachten von Kühen ist in einigen Bundesstaaten Indiens sogar verboten. Stirbt eine Kuh entfernen die Inder die Haut und lassen den restlichen Kadaver liegen, an dem sich Hunde, Füchse und Vögel bedienen bis nur noch die Knochen übrigbleiben, die dann zu Seife und Schmuck verarbeitet werden. An einem frühen Morgen, ich war gerade auf dem Weg zu unserem Zelt in der Wüste Thar ertönte plötzlich lautes Gebell und blickte auf. Eine Meute von Hunden veranstaltete eine Jagd auf eine Antilope, man hörte auch immer wieder die Schreie der Jagdbeute und das laute Gebell, bis die Hunde in der Treibjagd ihre Beute erlegt hatten und sich daran bedienten. In der Stadt eine Hündin die Jagd auf eine Taube machte (ohne Erfolg), ein Rudel Hunde das hinter Ferkeln herjagt und in Agra ein fröhliches nicht ernst gemeintes hinter her Galoppel hinter einer Kuh (siehe Foto, da hatte ich endlich mal das Handy parat). Ein anderes Mal zerlegte ein Hund gerade den Magen einer toten Ziege als wir mit dem Bus vorbeifuhren. Nur 2 Hunde die wir gesehen hatten bedienten sich vom Müll eines Hotels. In Indien gibt es sehr viele Hunde und bis auf 2, die wir gesehen hatten waren alle sehr gut genährt. Der Hauptteil der Nahrung liegt bei diesen Hunden im tierischen Anteil (Aas und Beute), denn auch in der Stadt bleiben Kadaver einfach liegen, wenn sie nicht gerade im Weg liegen. Mein Versuch Straßenhunde mit Toastbrot zu füttern wurde hier mit einem angewiderten Naserümpfen quittiert, die indischen Hunde bevorzugen definitiv Fleisch.

Fazit: Hätten die Straßenhunde in Europa die Wahl und würde dort genauso viel tierische Kadaver wie in Indien in der Gegend herumliegen, würden sie sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Hunde auch mehr mit tierischem Aas und von Beutetieren ernähren wie in Europa. Der Darmtrakt des Hundes ist trotz der Fähigkeit Kohlenhydrate in einem kleinen Anteil zu verdauen (Studie Axelsson, E. et al. [2013]; The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet, welche im Jahr 2014 wieder relativiert wurde) nach wie vor der eines Fleischfressers (verkürzt) auch hängt die Darmflora von einer artgerechten Ernährung ab, so ist die Darmflora von Hunden die frisch gefüttert werden, besser wie die die Fertigfutter erhalten (Studie von Junhyung Kim at al. [2017]). Ob Hunde nun mit Biologisch Artgerechtem Rohen Futter, selbst gekochten Rationen, Müll alla Straßenhundprinzip oder Junkfood (FerFu) ernährt muss letztendlich jeder selbst entscheiden, jedoch sollte man auch das natürliche Umfeld, den Körperbau und den Stoffwechsel unserer Hunde bei der Fütterung berücksichtigen.

Text und Foto: Tina Knopf