Schock

30.12.2016

Bitte gehen Sie umgehend zu Ihrem Tierarzt! Der Schock ist ein lebensbedrohlicher Zustand, mit einer starken, lebensbedrohlichen Störung des Blutkreislaufsystems. Es befindet sich zu wenig Flüssigkeit im Blut, wodurch die Störung auch bis in die kleinsten Kapillare geht, dadurch kann es zu einer Unterversorgung von Sauerstoff der inneren Organe kommen.

Oftmals wird der lebensbedrohliche Zustand eines Schockes durch nicht erkennbare Verletzungen unterschätzt.
Ursachen eines Schockes können sein:

• Unfälle mit hohem Blutverlust
• Insektenstiche und Schlangenbisse (z.B. Kreuz- und Wiesenotter) mit allergischer Reaktion (anaphylaktischer Schock)
• Verbrennungen und Hitzschlag / Sonnenstich
• Vergiftungen
• Magendrehung
• Beissereien, traumatische Misshandlungen (z.B. Schläge die zu innerlichen Blutungen führen)
Nachstehende Symptome können auf einen Schockzustand hinweisen:
• Schwäche
• Tier wirkt apathisch bis hin zur Bewusstlosigkeit
• taumelnder Gang oder unsichere Bewegungen bis zum Zusammenbruch
• zittern
• Schleimhäute sind blass, Pfoten, Ohren und das Ende des Schwanzes können kühl sein
• Verzögerte Kapillare Füllzeit (siehe dort)
• Beschleunigter Herzschlag (siehe Pulsmessung)
• Schnelle flache Atmung

Kapillare Füllzeit testen:

Drücken Sie mit Ihrem Finger auf eine unpigmentierte Stelle in der Maulschleimhaut, die Stelle wird weis und beim gesunden Hund direkt wieder rot, ist die Füllzeit verzögert kann dies Hinweise auf eine Störung des Blutkreislaufes geben.

Puls beim Hund messen:
Den Puls findet man beim Hund an der Arteria Femoralis am Innenschenkel auf beiden Seiten. Der Ruhepuls beträgt je nach Größe des Hundes zwischen 60 und 120 Schlägen.

To Do’s:
Wirken Sie beruhigend auf Ihren Hund ein und leinen Sie ihn an. Beruhigen Sie andere Personen um sie herum und verhindern Sie unüberlegte Maßnahmen und Aktionen anderer Menschen. Legen Sie dem Tier, wenn es zu aktiv ist einen Gittermaulkorb an.

Notfallmaßnahmen:

• Stillen Sie sichtbare, starke und lebensgefährliche Blutungen mit einem Druckverband. Anleitung Druckverband: Decken Sie die Wunde mit einem sterilen Vlies oder einer sterilen Kompresse ab, drücken Sie eine Rolle Mullbinde auf das Vlies und verbinden Sie dieses mit Druck mit einer Mullbinde, der Druck sollte so stark sein, das es nicht mehr blutet. Binden Sie die Körperteile NICHT ab.
• Wenn Ihr Tier bei Bewusstsein ist, lassen Sie es trinken.
• Sollte Ihr Tier einen Hitzschlag haben, schauen Sie bitte den Beitrag auf meiner Homepage unter Tipps & Tricks Hitzschlag nach.
• Legen Sie eine Thermodecke oder erste Hilfe Folie und darüber eine Decke in der der Hund auch transportiert werden kann auf den Boden aus.
• Legen Sie Ihren Hund in die stabile Seitenlage (auf die rechte Seite – bei Verletzungen immer auf die unverletzte Seite legen!) und achten Sie darauf das der Kopf eine gerade Linie zur Wirbelsäule bildet. Falls Ihr Tier steht, gehen Sie auf die Knie, beugen Sie sich über den Hunderücken und nehmen Sie den Vorderlauf und den Hinterlauf der zu ihrem Körper zeigt, heben Sie die Pfoten vorsichtig an und ziehen Sie diese von sich weg, der Hund sollte an Ihrem Körper langsam und vorsichtig zu Boden gleiten. Mit einer Hilfsperson ist dieser Vorgang wesentlich einfacher.
• Betten Sie den Kopf so dass der Mund des Hundes am flachsten Punkt liegt, damit bei Bewusstlosigkeit Erbrochenes ablaufen kann.
• Achten Sie bei Bewusstlosigkeit darauf, dass der Fang geöffnet ist und die Zunge heraushängt, damit er nicht erstickt.
• Durch die stabile Seitenlage wird Ihr Tier in eine Position gebracht, in der die Atemwege freigehalten werden.
• Lagern Sie den hinteren Körperteil mit Kissen und Decken etwas höher.
• Um Ihr Tier vor Auskühlung zu schützen, decken Sie es mit einer Goldfolie/Thermodecke zu.
Transport zum Tierarzt:
• Nehmen Sie vorab Kontakt mit Ihrem Tierarzt oder der Tierklinik auf
• Organisieren Sie sich einen Helfer, der Ihnen hilft das Tier zu tragen und zu fahren
• Kann Ihr Hund laufen, lassen Sie ihn an der Leine zum Auto und in die Praxis / Klinik laufen
• Fahren Sie auf direktem Weg in die Klinik
• Wickeln Sie Ihren Hund in eine wärmende Decke und achten Sie darauf das er sich beim Transport nicht verletzen kann (mit Kissen, Decken Verletzungsgefahr reduzieren)

Exkurs:

Anaphylaktischer Schock

Bitte gehen Sie umgehend zu Ihrem Tierarzt, es geht um jede Minute! Der anaphylaktische Schock ist ein lebensbedrohlicher Zustand!

Hierbei entsteht auf eine chemische Reaktion im Körper mit einer Überreaktion des Immunsystems. Dieser kann durch Fremdstoffe die in den Körper eindringen wie Insektenstiche (Wespe, Biene, Hornisse u.a.), Nahrungsmittel, Medikamente oder auch chemischer Stoffe die das Tier aufgenommen hat, entstehen. Die Diagnose kann nur von einem Veterinärmediziner sichergestellt werden.

Symptome:

Die Symptome können je nach Grad sehr unterschiedlich sein.

• Starke Schwellung an der Einstichstelle, prüfen ob Stachel noch steckt und entfernen!
• Anschwellen der Schleimhäute der Atemwege (z.B. bei Stichen in den Rachen), die Atemnot bis zum Ersticken, Schluckstörungen hervorrufen können
• Schockzustand (siehe dort) bis hin zur Bewusstlosigkeit
• Starker Juckreiz
• Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Bauchkrämpfe
• Schwäche und Benommenheit
• Angst bis hin zur Todesangst
• Blutdruckabfall, Blaufärbung der Schleimhäute
Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen
• Entfernen Sie bei Bienenstichen mit einer Pinzette den Stachel (bei Wespen, Hornissen und Hummeln bleibt kein Stachel zurück
• Bei äußerlichen Stichen können Sie mit einem Insektengiftentferner das Gift rausziehen (Apotheke)
• Kühlen Sie äußere Schwellungen mit einem Eispack (mit Handtuch umwickeln), innere Schwellungen im Rachen können Sie versuchen durch Eiswürfel zu mildern
• Bei harmlosen Stichen können Sie Hausmittel wie Zwiebel oder Apfelessig beträufeln
• Bei Bewusstlosigkeit und Schockzustand Maßnahmen siehe unter Schock ergreifen

To Do’s:
Wirken Sie beruhigend auf Ihren Hund ein und leinen Sie ihn an. Beruhigen Sie andere Personen um sie herum und verhindern Sie unüberlegte Maßnahmen und Aktionen anderer Menschen. Legen Sie dem Tier, wenn es zu aktiv ist einen Gittermaulkorb an.

Transport zum Tierarzt:
• Nehmen Sie vorab Kontakt mit Ihrem Tierarzt oder der Tierklinik auf
• Organisieren Sie sich einen Helfer, der Ihnen hilft das Tier zu tragen und zu fahren
• Kann Ihr Hund laufen, lassen Sie ihn an der Leine zum Auto und in die Praxis / Klinik laufen
• Fahren Sie auf direktem Weg in die Klinik
• Wickeln Sie Ihren Hund in eine wärmende Decke und achten Sie darauf das er sich beim Transport nicht verletzen kann (mit Kissen, Decken Verletzungsgefahr reduzieren)