Schnee-Gastritis

Schnee-Gastritis

 

Alle Jahre wieder, wenn es schneit, sind Tierarztpraxen voll mit Fällen von Schnee-Gastritis. Hierbei handelt es sich um die Aufnahme von Schnee, welcher zu einer Entzündung der Magenschleimhaut führt (Gastritis). Ob es nun das Auffangen von Schneeflocken ist, welche manche Hunde als Spiel lieben oder direkt ein herzhaftes hineinbeißen in das kühle Weiß, nicht jeder Hund verträgt dies und es kann schmerzhafte folgen haben.

Gefahren der Schneeaufnahme:

  • Schnee-Gastritis
  • Aufnahme von Streusalz oder Splitt (auf Straßen und Gehwegen)
  • Aufnahme von Abgasen (schwarzer Schnee auf Straßen und Gehwegen)
  • Vergiftung durch Aufnahme von Frostschutzmittel (schmeckt süß, die Gefahr der Aufnahme ist hier besonders hoch)

 

Exkurs: Streusalz oder Frostschutz/Kühlmittel fressen

Bewahre grundsätzlich alle für Hunde schädlichen Substanzen zu denen unter anderen auch Streusalz und Frostschutzmittel gehört für den Hund unzugänglich auf. Viele Hunde lecken Ihre Pfoten nach oder während eines Gassis ab und nehmen so Streusalz im Winter auf (ersteres kann durch abwaschen der Pfoten nach dem Gassi verhindert werden, bei letzterem sollte das Ablecken konsequent durch nein oder aus untersagt werden). Streusalz besteht in der Regel aus Kochsalz sowie Mineralien. Auch wenn es in Kleinstmengen nicht giftig ist, sollten Sie Vorsicht walten lassen, denn einige Streusalze sowie auch Frostschutz- oder Kühlmittel enthalten Ethylenglycol, eine süßlich schmeckende und geruchlose Substanz die auf die Vierbeiner nahezu verlockend wirkt und bereits in geringsten Dosen hochgiftig ist. Ca. 30 Minuten nach Aufnahme wirkt bereits der enthaltene Alkohol, nach 36-72 Stunden beginnt die Umwandlung in Glykolaldehyd / Glykolsäure / Oxalsäure. Symptome können Rauschähnliche Zustände wie Torkeln, Schläfrigkeit, Schleimhautreizungen, Erbrechen, Schock oder Koma sein oder Krampfanfälle, Auskühlung sowie im schlimmsten Fall Nierenversagen (erst mehr Produktion von Urin, dann Abnahme der Urinproduktion). Hast Du Deinen Hund bei der Aufnahme von Kühl- und Frostschutzmittel beobachtet, geh Bitte UMGEHEND in eine Tierklinik!

Symptome einer Schnee-Gastritis können sein:

– Bauschmerzen und Krämpfe

– Durchfall oder Erbrechen

– Speicheln

– Fieber möglich

– Schlappheit

 

Erste Hilfe Maßnahmen

– Hunde einen Tag fasten lassen

– Schonkost (zum Beispiel Morosche Karottensuppe, gekochtes Fischfilet oder Hühnchen mit über eine Stunde matschig gekochtem Reis oder gekochten Kartoffeln), das Rezept der Karottensuppe findest du hier: https://www.tierheilpraxis-kraeutertierchen.de/tipps-tricks/ernaehrung/morosche-karottensuppe)

– Kräuter die sich lindernd auf die Magenschleimhaut auswirken wie zum Beispiel Eibisch-Wurzel oder Slippery Elm, wichtig ist, das Pulver mit kaltem Wasser anzurühren und 2-3 Mal täglich zwischen den Mahlzeiten zu geben

– lauwarmen Fenchel- oder Kamillentee zum Trinken, sollte Dein Hund keinen Tee mögen, achte darauf, dass sein Trinkwasser nicht kalt sondern zumindest Zimmertemperatur hat

Tierheilpraktiker oder Tierarzt aufsuchen, wenn es schlimmer wird oder nach 2 Tagen nicht besser wird.

Vorbeugen

Schneeballschlachten mit dem Hund sollten tabu sein, auch wenn es noch so verlockend ist. Auch auf Bällchen werfen (Apportierspiele) und Suchspiele bei denen die Gefahr der Aufnahme von Schnee besteht sollte verzichtet werden. Vorbeugen ist bekanntlich die beste Medizin, die Aufnahme von Schnee lässt sich mit gezieltem Training in der Regel gut unterbinden. Sollte Dein Hund Trainingsresistent sein, kann ein Gittermaulkorb zum Selbstschutz zum Einsatz kommen.