Bandscheibenvorwölbung und Bandscheibenvorfall beim Hund

 
30. Mai 2016
Bandscheiben, verlieren wie alle Körpergewebe im Alter an Flüssigkeit sowie Elastizität. Sie verlieren an Umfang. Stöße und Belastungen können nicht mehr gut abgepuffert werden (z.B. Springen in Kofferraum, auf Couch, Bett, Agilityübungen etc.) und sind anfällig für Verletzungen. Der Alterungsprozess wird häufig durch Bewegungsmangel beschleunigt, da hierdurch eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen entstehen kann. Nicht immer muss diese Abnutzungserscheinung auch mit Schmerzen einhergehen, oftmals bleibt die Bandscheibenvorwöllbung und / oder ein Bandscheibenvorfall unbemerkt, da sich die Nerven und die umliegenden Gewebe den Veränderungen anpassen. Tritt plötzlich ein Vorfall zum Beispiel ausgelöst durch einen Sprung mit einer starken, ungewohnten Druckbelastung auf, führt dies oft zu heftigen Schmerzen.
Bandscheibenvorwölbung
Entsteht altersbedingt durch Abnahme des Flüssigkeitsgehalts des Bandscheibengewebes, durch Mangelernährung (Bewegungsmangel) und / oder zu hohe Druckbelastungen (z.B. Springen, Hundesport). Hierdurch wird der äußere Faserring spröde und rissig, der Innendruck des Kerns lässt durch den geringen Flüssigkeitsgehalt nach. Ist die Bandscheibe abgenutzt, kann es vorkommen dass der Gallertkern nach einer Bewegung nicht wieder in seine ursprüngliche Position in der Mitte der Bandscheibe zurück geht sondern vornegewölbt bleibt. Dies kann man mit einem Luftballon vergleichen, der durch ein kleines Loch aus seiner natürlichen Form zusammenschrumpft. Bei der Bandscheibenvorwölbung bleibt die äußere Haut der Bandscheibe intakt, es tritt kein Gewebe oder Flüssigkeit aus. Die Bandscheibenvorwölbung gilt als Vorstufe zum Bandscheibenvorfall, führt aber nicht immer zwingend dazu. Reizt das vorgewölbte Gewebe die Spinalnerven geht die Bandscheibenvorwölbung mit starken Schmerzen einher. Durch die Abwehrreaktion kann es zu schmerzhaften Muskelverspannung oder Gewebereizungen kommen.
Bandscheibenvorfall
Reißt der äußere Faserring einer abgenutzten Bandscheibe ein und tritt hierbei Bandscheibengewebe aus, handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall. Je nach Größe der Verletzung tritt mehr oder weniger Gewebe/Flüssigkeit aus der Inneren Bandscheibe hervor und kann auch auf die Wurzeln der Spinalnerven drücken.  Ist dies der Fall kann dies mit den nachstehenden Symptomen erkennbar sein:

  • starke Schmerzen, die je nach Versorgungsgebiet der Nervenwurzel bis in die Pfoten, Zehen ziehen können,
  • Plötzliches Aufjaulen beim akuten Vorfall
  • Schmerzäußerungen evtl. auch bei Berührung
  • evtl. Schnappen oder Beißen bei Berührung
  • Muskelschwächen und -lähmungen;
  • Reflexabschwächungen und -ausfällen
  • Tier kann evtl. nicht mehr aufstehen
  • Gefühlsstörungen, zum Beispiel Taubheitsgefühle oder Kribbeln, in den Versorgungsgebieten der Nerven.

Die meisten Bandscheibenvorfälle passieren zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel sowie zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein. Ein Vorfall im Bereich der Halswirbelsäule ist eher selten. Bandscheibenvorfälle heilen mit der Zeit von selbst aus. Oft wird das vorgefallene Gewebe  vom umgebenden Gewebe langsam aufgelöst wodurch auch die Schmerzen nachlassen, die Dauer hängt von der Menge des vorgewölbten Gewebes ab.

 

Behandlung in der Naturheilkunde

 Physiotherapie:

Regelmäßige Massagen, Bewegungsübungen und Wärmetherapie (z.B. Rotlicht oder die heiße Rolle) helfen das Gewebe zu erhalten und die Bandscheiben zu nähren.

Bitte wenden Sie sich für Physiotherapie an meine Teamkollegin Heike Stöffler: www.hundephysiotherapie-suedpfalz.de, Tel. 0175 3444978

 

Schmerztherapie:

Ultraschalltherapie, Tenstherapie, Bioresonanztherapie, Neuraltherapie und Akupunktur entspannen die Muskulatur und können dadurch Verspannungen lösen.

 

Kräutertherapie

Kann für die Versorgung der Gewebe und zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte eingesetzt werden.

Ernährungstherapie

Du bist was du Isst. Gerade bei Erkrankungen im Bewegungsapparat kann eine gesunde, artgerechte Ernährung helfen, Verschleiß zu vermindern, Knorpel besser zu Ernähren und Entzündungsherden vorzubeugen. Wichtig bei Erkrankungen im Bewegungsapparat ist eine Ernährung ohne Getreide.

Angemessene Bewegung

Regelmäßige lange Spaziergänge ohne Überanstrengung sorgen für eine gute Versorgung der Bandscheiben und anderem Knorpelgewebe und beugen damit Verschleiß vor.

 

Gewichtsreduktion

Übergewichtige Hunde sollten so auf Diät gesetzt werden, dass es weder zu einer Minderversorgung des Körpers noch zu Hungerphasen kommt. Durch Übergewicht wird das Bandscheibengewebe übermäßig belastet, das gleiche gilt für Knorpelgewebe in den Gelenken (wie Knie-, Hüft- und Ellenbogengelenk) und bei Spondylose (durch Übergewicht wird der Körper nach unten gezogen, hierzu kann es zu Absplitterungen der Verknöcherung kommen.

 

Nahrungsergänzungsmittel

Grünlippmuschelpulver, Hydrokollagen und Silicea helfen Bandscheibengewebe und Knorpelgewebe mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.

 

Schlafplatz

Optimal ist ein trockener, warmer Schlafplatz mit einem orthopädischen Kissen. Hunde mit Problemen im Bewegungsapparat haben oftmals Probleme nach dem Liegen wieder aufzustehen, ein orthopädisches Hundekissen hilft dem Hund leichter aufzustehen. Beispiel ist ein Hundekissen zu weich und ein Hund mit Arthrose probiert aufzustehen, kann er durch das nachgebende Material des Kissens immer wieder einknicken.