Fermentiertes Gemüse für Hunde

Fermentieren ist eine alte Methode der Haltbarmachung von Lebensmitteln wie Gemüse und Obst. Durch die Fermentation wurde früher die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen im Winter sichergestellt. Am bekanntesten ist wohl das Sauerkraut, welches heute leider fast hauptsächlich industriell hergestellt und durch die Erhitzung keine wertvollen Milchsäurebakterien und Enzyme mehr enthält. Bakterien die auf dem Gemüse leben, bauen bei der Fermentation den enthaltenen Zucker in Milchsäurebakterien um. Es handelt sich hierbei um lebendige Nahrung. Bioaktive Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe und ein hoher Gehalt an Vitaminen sind im fermentierten Gemüse enthalten. Durch den Gärprozess entstehen unter anderem Vitamin B12 (produziert von Lactobacillus reuteri), Vitamin K2, Vitamin A und C, die gesunden Inhaltsstoffe von Gemüse werden sozusagen potenziert. Der Darm ist der Sitz des Immunsystems, in einer gesunden Darmflora haben pathogene Bakterien, Pilze und Parasiten wenig Chancen sich breit zu machen. Das fermentierte Gemüse enthält lebende Milchsäurebakterien und natürliche Enzyme die den Darm unterstützen und für ein gutes Milieu sorgen. Mit den Milchsäurebakterien aus fermentierten Gemüse kann auch Eisen aus der Nahrung besser verwertet und aufgenommen werden. Unsere Hunde können fermentiertes Gemüse zur Unterstützung für ein gutes Darmmilieu erhalten. Hierzu einfach eine kleine Menge in die tägliche Gemüseration geben.

So geht es:

Bio Gemüse

Hier könnt ihr Karotte, Gurke, Zucchini, Chicorée o.ä. nutzen. Das Gemüse waschen und klein schneiden oder raspeln, dies beschleunigt den Vorgang der Fermentierung. Gebt das Gemüse in ein steriles Einmachglas oder einen Gärbehälter mit Wasserrinne.

Salz

Es sollte möglichst natürliches Salz (z.B. Meer-, Ur- oder Steinsalz) und ohne Rieselhilfen und ohne Zusatzstoffe (wie Jod) verwendet werden. Man nimmt pro Kg Gemüse ca. 2% Salz.

Es gibt 2 Varianten die man ausprobieren kann. Entweder ihr streut das Salz auf das geraspelte Gemüse und vermischt es gut (ggf. stampfen) und drückt es dann fest ins Glas (am nächsten Tag sollte Wasser etwas das Gemüse bedecken, tut es das nicht, muss mit Salzlake aufgefüllt werden). Bei Variante 2 wird das Salz mit 1 Liter kochendem Wasser gemischt, abkühlen lassen und über das geraspelte Gemüse geben. Mit der Salzlake kann man Gemüse auch in Scheiben, Stiften oder Würfel fermentieren. Das Gemüse gut andrücken, achtet darauf das keine Luft zwischen dem Gemüse ist und beschwert es mit einem Stein oder Fermentier Gewicht (habt ihr beide nicht zur Hand, könnt ihr kreativ sein, ein kleiner Teller, Teelichthalter, Kohlplatt usw. können gute Dienste leisten) und den Deckel des Einmachglases auflegen (alternativ Teller oder ähnliches), beim Gärbehälter wird Wasser in die Wasserrinne gefüllt.
Das Ganze lässt man jetzt 5-10 Tage bei Raumtemperatur stehen. Relativ schnell fängt es an zu Blubbern und Blasen zu bilden, das Gemüse gärt. Sobald es aufhört zu Blubbern, kann man es in Luftdichte Gläser füllen und verschließen, das Gemüse hält sich ca. 6 Monate lang im Keller oder Kühlschrank.

Kleiner Tipp, wenn ihr Sauerkraut für euch macht, nehmt einen 10 Liter Gärtopf, die eignen sich am besten für Sauerkraut und lasst es länger gären (2-3 Wochen bei Raumtemperatur und danach mehrere Wochen oder Monate kühler z.B. Keller), dadurch wird das Kraut weicher und intensiver im Geschmack.

Bei Erkrankungen des Hundes wie CNI, Herzerkrankungen u.a. bitte mit Salz aufpassen. Ich habe seit letztes Jahr auch mehrere Experimente gemacht, Gemüse ohne Salz zu fermentieren, das funktioniert zwar, bekommt aber relativ schnell Schimmel, weshalb ich diesen Versuch nicht mehr wiederhole.

Beitrag darf gerne geteilt werden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und ein schönes Wochenende

Ein großes Dankeschön geht an meine liebe Kollegin Jennifer-Joanne Schmid von Blättermagen.ch, die mich vor 2 Jahren aufs Fermentieren aufmerksam gemacht hat und ich seitdem nicht genug davon bekomme.

Liebe Grüße
Tierheilpraxis KräuterTierchen

Foto und Text: ©Tina Knopf, Tierheilpraxis KräuterTierchen®

Quellen und Literaturempfehlungen: Fermentieren Superfood für den Darm, Fermentieren von Kefir bis Sauerkraut, Fermentieren leicht gemacht.