Nachhaltigkeit

Was hat das Thema Nachhaltigkeit mit einer Tierheilpraxis zu tun?

 

Wird sich jetzt manch einer von euch Fragen. Sehr viel, denn an sich ist die Tätigkeit und Behandlung mit Naturheilverfahren für den tierischen Patienten schon nachhaltig, da den Organismus und die Umwelt schonende, meist auch biologisch abbaubare (zum Beispiel bei der Anwendung von Kräutern oder Blutegeln), natürliche und zum Patienten passende Therapieverfahren verwendet werden wie nachhaltige Behandlungserfolge (nicht immer, da es auch immer von der Art der Erkrankung, Dauer des Bestehens der Erkrankung sowie des Alters des Tieres abhängt, aber man kann den Tieren Erleichterung verschaffen). Leider geht es auch in einer Tierheilpraxis nicht immer nur nachhaltig, denn egal ob Akupunkturnadeln, Kanülen oder Spritzen alles was mit Hygiene zu tun hat ist in der Regel einzeln, steril und in Plastik verpackt. Da ich privat sehr auf Nachhaltigkeit, Umwelt, ökologisches Essen, Achtsamkeit, Einhaltung von Menschen und Tierrechten, Klimaschutz wie auch Minimalismus achte und mich selbst fast vegan und biologisch ernähre habe ich mir lange Gedanken gemacht, wie ich auch mit meiner mobilen Tierheilpraxis Ressourcen schonen und Klima und Umwelt nachhaltig schonen kann. So wurden alle Produkte die ich bisher empfohlen habe nochmal einer kritischen Prüfung unterzogen und bei einigen festgestellt, dass deren Hersteller mittlerweile an Nestlé verkauft wurden und deshalb nicht mehr empfohlen werden. Zum anderen verwende ich ausschließlich Akupunkturnadeln die in Deutschland hergestellt wurden und somit nicht den weiten Weg (und damit Umweltverschmutzung durch Flugzeug oder Schiff) von China zu uns finden. Gleiches gilt für Kräuterrezepturen aus der chinesischen Medizin, hier gibt es ebenfalls Alternativen aus heimischen Kräutern die ähnlich oder gleich wirken wie die chinesischen Kräuter. Bei den Kräuterwanderungen weise ich immer darauf hin, nur max. so viel bei eigenen Kräutersammeln mitgenommen wird, wie man tatsächlich auch verbrauchen und verwenden kann und Achtsam mit den Ressourcen von Mutter Erde umzugehen.

Beim BARF empfehle ich auf gute Qualität und artgerechte Tierhaltung zu achten (auch wenn dies leider für viele finanziell nicht immer umsetzbar ist) und versende die Anamnesebögen und BARF Pläne sowie BARF Broschüren ausschließlich digital. Jetzt mag der Eine oder andere sich Fragen, was Fleischverzehr mit Nachhaltigkeit zu tun hat: Nachhaltige Gesundheit für unsere Carnivoren, denn auch wenn der Hund körperlich in der Lage ist Getreide durch das Enzym Amylase zu verdauen, heißt dies noch lange nicht, dass er es körperlich braucht, im Gegenteil, viele wichtige essentielle Stoffe sind in veganer Tiernahrung für Carnivoren (Hunde/Katzen) nicht enthalten und gefährden damit auf Dauer die Gesundheit der Tiere. Hierzu kann jeder gerne die Verdauungsphysiologie aus der Veterinärmedizin nachlesen kann: Gebiss, Darmlänge, Anzahl von Mägen beim Carnivoren (dann Vergleich Herbivore); PH Wert, ein guter Artikel hierzu hat die ATN verfasst: https://www.atn-ag.de/magazin/redaktionelles/hunde-und-katzen-vegan-ernaehren-vom-dilemma-eines-trends. Ein weiteres Problem, dass nicht nachvollziehbar ist, ob das vegane Futter frei von GVO Bestandteilen (Gentechnik wofür wiederum Regenwälder abgeholzt wurden und Pestizide eingesetzt werden müssen, die wiederum zu einem Aussterben der Insekten führen) ist. Als Jemand der sich fast vegan ernährt, kann ich den Wunsch vieler Veganer nachvollziehen, auch ihre Tiere vegan zu ernähren, kann dies jedoch aus artgerechter und ernährungsphysiologischer Sicht nicht befürworten. Artgerecht bedeutet: Die Haltung und Ernährungsweise eines Lebewesens entsprechend seiner natürlichen Lebens- und Verhaltensweisen (Beutegreifer). Auch das Thema Insektennahrung sehe ich eher kritisch da nicht wirklich etwas über die Aminosäurenzusammensetzung, Haltungs- und Fütterungsweisen der Insekten bekannt ist und einige Hersteller auf ihren Produkten angeben, dass es nicht als Alleinfuttermittel geeignet ist und auch hier würde sich weder eine Katze noch ein Hund freiwillig ausschließlich von Insekten ernähren. Sinnvolle Ausnahmen gibt es natürlich wie bei speziellen Erkrankungen, die eine rein vegetarische Ernährung notwendig machen (Lebershunt oder Allergie auf tierisches Protein).

Nachhaltigkeit bedeutet für mich aber auch Schwerpunkte bei Therapien und der behandelnden Tierart zu setzen. Heißt konkret ich habe mich auf Hunde nur wenige Therapien spezialisiert (Kräuterheilkunde, TCM und Bioresonanztherapie), vertiefe das Wissen in diesem Bereich und im Basiswissen über Anatomie und Physiologie immer wieder. Mir ist es lieber mit voller Leidenschaft für diesen wunderbaren Beruf mich voll und ganz auf wenige Bereiche zu konzentrieren und dies richtig anzuwenden als mich mit 100 Therapien zu verzetteln und keines richtig bis in die Tiefe zu beherrschen, hier kommt das Prinzip Minimalismus zum Tragen, weniger ist eben doch oftmals mehr.

Wer Anregungen für mehr Nachhaltigkeit in der mobilen Tierheilpraxis hat, ist herzlich eingeladen mir eine Email mit Vorschlägen und Anregungen zu senden.

Liebe Grüße, eure

Tina